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Als wahrhaftiges, flüssiges Monument der spanischen Weingeschichte und als unsterblicher Zeuge eines der legendärsten Jahrgänge des 20. Jahrhunderts präsentiert sich der Faustino I Gran Reserva aus dem mythischen Jahrgang 1970. Betörende Noten von getrockneten Feigen, süßen Datteln und Hagebutte verweben sich untrennbar mit antikem Leder, feuchtem Waldboden, schwarzem Trüffel, feinem Zedernholz, altem Pfeifentabak und jener unnachahmlichen, ätherisch-balsamischen Würze alter Riojas.
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Als wahrhaftiges, flüssiges Monument der spanischen Weingeschichte und als unsterblicher Zeuge eines der legendärsten Jahrgänge des 20. Jahrhunderts präsentiert sich der Faustino I Gran Reserva aus dem mythischen Jahrgang 1970. Die historische Bodegas Faustino aus Oyón in der Rioja Alavesa hat mit diesem ikonischen – in der weltberühmten, mattierten Flasche mit Goldnetz abgefüllten – Wein einen absoluten Maßstab für traditionellen Rioja geschaffen, der selbst nach über einem halben Jahrhundert noch vor Lebendigkeit strahlt. Im Glas zeigt der 1970er sein würdevolles Alter in einem leuchtenden, transparenten Ziegelrot mit breiten, mahagonifarbenen bis bernsteinartigen Aufhellungen am Rand. Das Bouquet ist ein hochkomplexes, rein tertiäres Schauspiel von aristokratischer Eleganz: Betörende Noten von getrockneten Feigen, süßen Datteln und Hagebutte verweben sich untrennbar mit antikem Leder, feuchtem Waldboden, schwarzem Trüffel, feinem Zedernholz, altem Pfeifentabak und jener unnachahmlichen, ätherisch-balsamischen Würze alter Riojas. Am Gaumen agiert diese Gran Reserva völlig schwerelos, seidig und von einer fast burgundischen Finesse. Die komplett abgeschmolzenen, streichelweichen Tannine werden von einer geradezu elektrisierenden, vibrierenden Säureader getragen, die den Wein unfassbar frisch hält und ihn in ein minutenlanges, von Zedernholz, getrockneten Orangenzesten und Trüffel geprägtes, spirituelles Finale trägt.
Das geologische und historische Fundament für dieses zeitlose Meisterwerk bilden die alten Rebanlagen rund um Oyón im Herzen der baskisch geprägten Rioja Alavesa. Die Reben – klassisch dominiert von Tempranillo und kongenial ergänzt durch kleine Anteile von Graciano und Mazuelo, die Säure und Farbe beisteuern – wurzeln hier auf extrem kargen, stark kalkhaltigen Tonböden (arcillo-calcáreo). Diese Topografie profitiert massiv vom schützenden Einfluss der Sierra de Cantabria im Norden, welche die kalten Winde abhält, während milde atlantische Strömungen die extremen sommerlichen Hitzespitzen dämpfen. Das Weinjahr 1970 ging als absoluter Jahrhundertjahrgang (offiziell vom Kontrollrat als „Exzellent“ eingestuft) in die Annalen der Rioja ein. Es bot eine perfekte, langsame Ausreifung bei enorm hohem Säureerhalt – die elementare Grundvoraussetzung für eine derartige Langlebigkeit. Im historischen Keller der Familie Martínez Zabala regierte damals wie heute der unbedingte Respekt vor der Zeit: Nach der klassischen Gärung reifte dieser Wein über viele Jahre in Barriques aus amerikanischer und teils französischer Eiche, bevor er für weitere Jahrzehnte in den dunklen, kühlen Gewölben der Bodega auf der Flasche ruhte. Dieser bedächtige oxidative Ausbau im Holz, gefolgt von der ultra-langen reduktiven Flaschenreife, formte die unsterbliche, balsamische Seele dieses Weines.
In der gehobenen Tischkultur erweist sich dieser über 50 Jahre alte Gran Reserva als hochsensibles, meditatives Meisterwerk, das höchste Ehrfurcht beim Service verlangt. Um sein zerbrechliches, ätherisches Bouquet ideal aufzufächern, sollte er bei etwa 16 bis 17 Grad Celsius aus einem großen, bauchigen Burgunderkelch serviert werden. Vorsicht beim Öffnen: Der alte Korken verlangt zwingend nach einem Spangenkorkenzieher (Ah-So). Der Wein darf keinesfalls klassisch belüftet oder stundenlang in der Karaffe stehen gelassen werden, da er sonst an der Luft zerfallen könnte; stattdessen sollte die Flasche ein bis zwei Tage aufrecht ruhen, um das feine Depot abzusenken, und der Wein dann behutsam direkt ins Glas eingeschenkt werden. Kulinarisch verlangt er nach eleganten, nicht zu wuchtigen Begleitern: Er harmoniert in absoluter Perfektion mit einem sanft geschmorten Milchlamm (Lechazo asado), gebratener Wachtel mit Trüffeln oder einem feinen Risotto mit frischen Steinpilzen. Ebenso virtuos begleitet er einen gereiften, aber milden Manchego-Käse oder fungiert schlichtweg pur als erhabener Meditationswein, der ehrfürchtig für sich selbst spricht.
Bodegas Faustino S.L.
01320 Oyon Alava
Spanien
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